Herrmann Meyer

Berlin 1901
Jerusalem 1972
Herrmann Meyer wurde 1901 als Sohn des Kaufmanns Albert Meyer und dessen Ehefrau Else geb. Benjamin in Berlin geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium "Zum Grauen Kloster" studierte er Jura an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Bereits als Student begann Meyer Bücher und Grafiken zu sammeln, insbesondere zur jüdischen Kultur und Geschichte. Sein Interesse am Sammeln schöner, seltener und historisch wertvoller Bücher ließ in ihm die Idee der Gründung einer jüdischen bibliophilen Vereinigung aufkommen, die er im Mai 1924 mit den Verlegern Moses Marx und Abraham Horodisch unter dem Namen Soncino-Gesellschaft verwirklichte. Von Gründungsbeginn bis zu seiner Emigration im Jahr 1934 war Herrmann Meyer redaktionell und organisatorisch als deren Geschäftsführer tätig. Zudem hielt er zahlreiche Vorträge, die sein tiefgehendes Interesse am jüdischen Buch zeigten. Im April 1934 verließ er mit seiner Verlobten Else Rosenkranz und ihrer gemeinsamen Tochter Hanna Deutschland und emigrierte zunächst nach Frankreich, wo er erfolglos versuchte, ein Antiquariat zu gründen. Infolgedessen zog er im Mai 1935 nach Amsterdam, von wo aus er im Auftrag der Soncino-Gesellschaft die Fertigstellung der Festschrift für Aaron Freimann organisierte. Im Herbst desselben Jahres emigrierte er schließlich mit seiner Familie nach Palästina, wo er in Jerusalem erneut eine Buchhandlung und ein Antiquariat eröffnete. Als Spezialist für Bilder- und Kartenwerke über Jerusalem erwarb er sich in den kommenden Jahren durch sein verlegerisches Werk wissenschaftliche Anerkennung. Er starb 1972 in Jerusalem.
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