Paula Straus

Stuttgart 31.01.1894
Auschwitz 10.02.1943
Paula Straus (geboren am 31. Januar 1894 in Stuttgart, ermordet am 10. Februar 1943 in Auschwitz) zählte zu den bedeutendsten deutschen Goldschmiedinnen und Entwürferinnen von Silbergeräten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach ihrer Ausbildung an der Staatlichen Höheren Kunstgewerbe- und Fachschule für Edelmetallindustrie in Schwäbisch Gmünd, welche sie 1916 mit der Gesellenprüfung abschloss, arbeitete sie zunächst als Gehilfin in einer Gold- und Silberschmiede in Frankfurt am Main. Nach ihrer Rückkehr nach Stuttgart studierte sie als Meisterschülerin an der Staatlichen Kunstgewerbeschule am Weißenhof und legte 1921 die Meisterprüfung als Goldschmiedin ab. Ab 1924/25 war Straus als Entwerferin von Silbergerät für die Firma Peter Bruckmann & Söhne in Heilbronn tätig. Von 1925 bis 1930 leitete sie gemeinsam mit Josef M. Lock das Atelier für kirchliches Gerät des Unternehmens. 1929 erhielt sie zudem einen Lehrauftrag an der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst in Weimar. Ihre Entwürfe, die die sachliche Formensprache der Moderne mit hoher handwerklicher Qualität verbinden, zählen zu den herausragenden Leistungen der deutschen Metallkunst der Zwischenkriegszeit. Nach 1933 arbeitete Straus zunächst als Goldschmiedemeisterin für die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) in Geislingen, wurde jedoch entlassen. Nach der Reichspogromnacht versuchte sie vergeblich, auszuwandern, unter anderem durch Verhandlungen mit der Zilverfabriek Voorschoten in den Niederlanden. Nach der Enteignung ihres Vermögens arbeitete sie zunächst als Küchenhilfe im Jüdischen Altersheim Buttenhausen und übernahm 1941 die Leitung des Jüdischen Altersheims in Haigerloch. Am 2. August 1942 wurde Paula Straus gemeinsam mit ihrer Mutter nach Theresienstadt deportiert. Im Januar 1943 folgte die Deportation nach Auschwitz, wo sie am 10. Februar 1943 ermordet wurde. Heute gilt Straus als eine der bedeutendsten Gestalterinnen von Silberarbeiten der klassischen Moderne in Deutschland. Ihr Werk wird zunehmend als wichtiger Beitrag von Frauen zur modernen Metallgestaltung und zum deutschen Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts gewürdigt.
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