Schule Reimann - Private Kunst- u. Kunstgewerbeschule

Die Schule Reimann war eine private Kunst- und Kunstgewerbeschule in Berlin-Schöneberg, die von den jüdischen Eheleuten Albert Reimann (1874–1976) und Klara Reimann, geb. Angresse (1874–1955), gegründet und geleitet wurde. Aus den von der Familie Reimann aufgebauten Ausbildungs- und Werkstattbetrieben entstand ab 1902 eine vielseitige Lehranstalt für angewandte Kunst. Diese verband künstlerische Ausbildung mit berufspraktischer Orientierung und bereitete auf Tätigkeitsfelder in Kunstgewerbe, Werbung, Handel und Industrie vor. Zudem bot sie Ausbildungsgänge in den Bereichen Mode, Textilkunst, Reklame, Gebrauchsgrafik, Schaufenster- und Ausstellungsgestaltung, Fotografie und Film an. Ende der 1920er Jahre zählte die Schule über 1.000 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und dem Ausland; zu ihrem Lehrkörper und ihrer Studierendenschaft gehörten zahlreiche jüdische Künstler:innen, Designer:innen und Fotograf:innen. Nach 1933 wurde die Arbeit der Schule durch die nationalsozialistische Verfolgung ihrer jüdischen Leitung zunehmend erschwert. Die Familie Reimann emigrierte nach London, wo Albert Reimann und sein Sohn Heinz Reimann 1937 die Reimann School and Studios of Industrial and Commercial Art gründeten. Die Schule führte das Berliner Ausbildungskonzept fort und wurde zu einem Ausbildungsort zahlreicher aus Deutschland und anderen europäischen Ländern emigrierter Künstler:innen und Gestalter:innen, darunter auch ehemalige Lehrkräfte und Studierende der Berliner Reimann-Schule. Bis zur Zerstörung des Schulgebäudes durch deutsche Luftangriffe im Jahr 1944 wurde dort das Berliner Ausbildungskonzept weitergeführt. Danach wurde die Schule nicht wiedereröffnet.
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