Emmy Roth

Hattingen/Ruhr 1885
Tel Aviv 1942
Emmy Roth (geb. am 12. Mai 1885 in Hattingen, gest. am 11. Juli 1942 in Tel Aviv) war eine der bedeutendsten deutschen Gold- und Silberschmiedinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach ihrer Ausbildung bei der Düsseldorfer Silberschmiedefirma Conrad Anton Beumers gehörte sie zu den ersten Frauen in Deutschland, die in diesem Handwerk eine Meisterqualifikation erlangten. Zwischen 1923 und 1933 betrieb sie eine eigene Werkstatt in der Clausewitzstraße 8 in Berlin-Charlottenburg. Dort schuf sie hochwertiges Tafelsilber, Tee- und Kaffeeservices sowie Gebrauchsgegenstände von eleganter Schlichtheit und technischer Raffinesse. Ihre Formensprache entwickelte sich vom Jugendstil zu einer sachlichen Moderne, die Einflüsse des Bauhauses aufnahm.Roths Arbeiten wurden auf renommierten nationalen und internationalen Ausstellungen präsentiert, darunter die Leipziger Messe, die Berliner Ausstellung „Kult und Form” (1930), die Deutsche Bauausstellung (1931) sowie die Pariser Weltausstellung von 1937. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte sie zunächst nach Frankreich und 1935 in das britische Mandatsgebiet Palästina. Dort wandte sie sich verstärkt der Gestaltung von Schmuck und jüdischen Ritualobjekten zu. An Krebs erkrankt, nahm sie sich 1942 in Tel Aviv das Leben. Ihre Werke befinden sich in zahlreichen Museums- und Privatsammlungen.
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