Else Hammerschmidt
Else Modrzynski verw. Watter
Berlin 31.03.1889
Berlin-Friedrichshain 20.11.1945
- Konvolut 0581.04.04.01: Else Hammerschmidt geb. Modrzynski verw. Watter - Familienangehörige - Fritz Modrzynski;
- Konvolut 0581.04.04.02: Else Hammerschmidt geb. Modrzynski verw. Watter - Familienangehörige - Walli Frieda Modrzynski;
- Konvolut 0581.04.04.03: Else Hammerschmidt geb. Modrzynski verw. Watter - Familienangehörige - Paul Walter Modrzynski;
- Konvolut 0581.04.04.04: Else Hammerschmidt geb. Modrzynski verw. Watter - Familienangehörige - Theophil Modrzynski;
- Konvolut 0581.04.01: Else Hammerschmidt geb. Modrzynski verw. Watter - Lebensdokumente;
- Konvolut 0581.04.02: Else Hammerschmidt geb. Modrzynski verw. Watter - Beruf;
- Konvolut 0581.04.03: Else Hammerschmidt geb. Modrzynski verw. Watter - Haushalt;
- Sammlung Lucie Zemmrich geb. Watter
Else
Luise Margarete Watter geb. Modrzynski war am 31. März 1889 als Tochter der
ledigen Näherin Helene Lehmann in Berlin geboren worden. Am 24. Dezember
desselben Jahres heiratete ihre Mutter den Töpfergesellen Fritz Modrzynski, der
auch die Vaterschaft anerkannte. Beide Eltern waren Protestanten und auch Else
Modrzynski wurde am 17. Mai 1891 evangelisch getauft. 1903 feierte sie ihre
Konfirmation. Anlässlich der Eheschließung konvertierte sie zum Judentum, denn
in der Heiratsurkunde ist vermerkt, dass sie „mosaischer Religion“ war. Durch
die Heirat mit Josef Watter erhielt sie die österreichische Staatsbürgerschaft. Am
27. August 1913 wurde ihr einziges Kind, die Tochter Lucie, geboren. Die
Watters wohnten in der Palisadenstraße 34. Josef Watter starb am 7. Januar 1921. Die
Witwe Else Watter verdiente ihren Lebensunterhalt als Händlerin. Sie betrieb
ein kleines Geschäft für Leibbinden, Korsetts und Büstenhalter. Zehn Jahre nach
dem Tod ihres ersten Mannes heiratete sie am 31. Januar 1931 ein zweites Mal
und gab dem Kaufmann Martin Hammerschmidt das Ja-Wort. Durch die Heirat
erhielt Else Hammerschmidt die preußische und damit deutsche
Staatsangehörigkeit. Martin
Hammerschmidt, geboren am 17. November 1896 in Berlin, war ebenfalls Jude. Er
war aus dem Ersten Weltkrieg als Kriegsinvalide nach Hause gekommen. Nach der
Eheschließung firmierte das Geschäft von Else Hammerschmidt unter dem neuen
Namen „E. Hammerschmidt“. Sie betrieb es in der Wohnung in der Neuen
Königstraße 4 (Quergebäude, II. Treppe). Im Oktober 1936 zog das Ehepaar von
der Knorrpromenade 3 in die Mendelsohn Straße 2. Beim Novemberpogrom 1938 wurde
Martin Hammerschmidt, der sich gerade in einem jüdischen Erholungsheim
aufhielt, körperlich so stark misshandelt, dass er danach gehunfähig war. Der
Arzt Dr. Jacobus, der in der Knorrpromenade seine Praxis hatte, behandelte ihn
daraufhin heimlich und unentgeltlich. Martin Hammerschmidt starb am 5. Mai 1941
im Jüdischen Krankenhaus in Berlin-Wedding. Else Hammerschmidt folgte ihm am
20. November 1945.
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