Else Hammerschmidt

Else Modrzynski verw. Watter
Berlin 31.03.1889
Berlin-Friedrichshain 20.11.1945
Else Luise Margarete Watter geb. Modrzynski war am 31. März 1889 als Tochter der ledigen Näherin Helene Lehmann in Berlin geboren worden. Am 24. Dezember desselben Jahres heiratete ihre Mutter den Töpfergesellen Fritz Modrzynski, der auch die Vaterschaft anerkannte. Beide Eltern waren Protestanten und auch Else Modrzynski wurde am 17. Mai 1891 evangelisch getauft. 1903 feierte sie ihre Konfirmation. Anlässlich der Eheschließung konvertierte sie zum Judentum, denn in der Heiratsurkunde ist vermerkt, dass sie „mosaischer Religion“ war. Durch die Heirat mit Josef Watter erhielt sie die österreichische Staatsbürgerschaft. Am 27. August 1913 wurde ihr einziges Kind, die Tochter Lucie, geboren. Die Watters wohnten in der Palisadenstraße 34. Josef Watter starb am 7. Januar 1921. Die Witwe Else Watter verdiente ihren Lebensunterhalt als Händlerin. Sie betrieb ein kleines Geschäft für Leibbinden, Korsetts und Büstenhalter. Zehn Jahre nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratete sie am 31. Januar 1931 ein zweites Mal und gab dem Kaufmann Martin Hammerschmidt das Ja-Wort. Durch die Heirat erhielt Else Hammerschmidt die preußische und damit deutsche Staatsangehörigkeit. Martin Hammerschmidt, geboren am 17. November 1896 in Berlin, war ebenfalls Jude. Er war aus dem Ersten Weltkrieg als Kriegsinvalide nach Hause gekommen. Nach der Eheschließung firmierte das Geschäft von Else Hammerschmidt unter dem neuen Namen „E. Hammerschmidt“. Sie betrieb es in der Wohnung in der Neuen Königstraße 4 (Quergebäude, II. Treppe). Im Oktober 1936 zog das Ehepaar von der Knorrpromenade 3 in die Mendelsohn Straße 2. Beim Novemberpogrom 1938 wurde Martin Hammerschmidt, der sich gerade in einem jüdischen Erholungsheim aufhielt, körperlich so stark misshandelt, dass er danach gehunfähig war. Der Arzt Dr. Jacobus, der in der Knorrpromenade seine Praxis hatte, behandelte ihn daraufhin heimlich und unentgeltlich. Martin Hammerschmidt starb am 5. Mai 1941 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin-Wedding. Else Hammerschmidt folgte ihm am 20. November 1945.
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