Daniel Siesel

Ernst
Glauberg 03.07.1897
Buenos Aires 14.02.1978
Daniel Siesel wurde am 3. Juli 1897 in Glauberg als Sohn des Kaufmanns Simon Siesel und dessen Ehefrau Johanna geb. Adler geboren. Er erlernte bei der Firma Rosa Erlanger in Marburg an der Lahn den Beruf des Kaufmanns, wo er bis 1915 tätig war. 1917 wurde Daniel Siesel zum Wehrdienst eingezogen und diente in unterschiedlichen Reserve-Infanterie-Regimentern. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Daniel Siesel im Geschäft seines Vaters, der eine Rohproduktenhandlung betrieb. Infolge einer Erkrankung des Vaters übernahm er 1930 die Geschäftsleitung. Daniel Siesel heiratete am 29. Mai 1931 die aus Erbes-Büdesheim stammende Cäcilie Strauss (1899-1986). Im Dezember 1932 kam ihre erste Tochter Margot Adele zur Welt, im Dezember 1935 Tochter Lotte Johanna. 1935 nahmen Boykottaktionen gegen das Geschäft zu, so dass die junge Familie im Herbst 1936 die Emigration nach Bolivien beschloss. Die Visa für das südamerikanische Land erhielten sie aufgrund ihrer weitläufigen Verwandtschaft mit dem im Bergbau tätigen Unternehmer Moritz Hochschild. Ihre letzte Nacht in Glauberg verbrachten Daniel und Cäcilie mit den Kindern bei Familie Luther, einer befreundeten nichtjüdischen Familie. Mit den erst ein- und vierjährigen Kindern reisten sie von La Rochelle mit der S.S. Orbita über Antofagasta nach Bolivien. Ihr Ziel war Potosi. In den kommenden vier Jahren war Daniel Siesel für die Compania Minera Andacaba und Philipp Brothers South America Ltd. tätig. Im Juni 1940 wurden Daniel, Cäcilie und ihre beiden Töchter, nachdem ihnen die deutsche Staatangehörigkeit aberkannt worden war, bolivianische Staatsbürger. Aufgrund des außergewöhnlichen Klimas in Potosi, welches sich negativ auf die Gesundheit Daniel Siesels auswirkte, wanderte die Familie vermutlich im September 1940 nach Argentinien aus. In Buenos Aires ansässig, arbeitete Daniel Siesel im Kleinhandel. Nach jahrelangen Bemühungen konnten Daniel und Cäcilie Siesel Wiedergutmachungsansprüche mithilfe eines Rechtsanwaltes in Deutschland für sich geltend machen. Daniel Siesel starb am 14.02.1978 in Buenos Aires.
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