Poesiealbum aus dem Besitz von Amalie Schlesinger (1840-1908), der Großmutter von Gershom Scholem

2000/409/0
Archiv
Papier, Tinte
Berlin 1853 bis 1858
Höhe: 10.1 cm Breite: 17.5 cm Tiefe: 1.3 cm Maße geschlossen; Zusatzmaße aufgeschlagen: 10,1 x 35 x 1,3 cm
Poesiealbum von Amalie Schlesinger (1840-1908).
handschriftlich.

Transkription der in der Dauerausstellung des JMB gezeigten Seite:
"Ich wünsch Ihn´n den Teufel - Weit hinter dem Rücken,
Sie treffe der Blitz - Von den niedlichsten Blicken,
Der Donner zerschmettere - Der Mißgunst die Beine,
Daß Sie stets das Wetter - Der Liebe bescheine.

Zur Rückerinnerung an Ihren Schwager Lazarus Pitschpatsch
Köbern den 4. November 1853"

Amalie Schlesinger heiratete 1860 Siegfried Scholem (1833-1901) und zog von ihrem Geburtsort Beuthen an der Oder nach Berlin. Sie lebte in der Sebastianstr. 20, Nähe Moritzplatz, in welchem Haus ihr Mann eine Buchdruckerei betrieb. Sie hatte eine Tochter, die früh bei einer Panik in der Synagoge getötet wurde, und vier Söhne: Arthur, Theobald und Georg. Arthur (1863-1925) war der Vater Gershom Scholems.
Amalie war eine aktive, praktische Frau, die in einem Frauenverein der Luisenstadt mitarbeitete. Bei Beerdigungen auf dem Weißenseer Friedhof, wo sie selbst begraben liegt, pflegte sie zu sammeln, indem sie sagte " Ich kondoliere im Namen der Armen", was ihr Sohn Georg, als er Arzt geworden war, ihr verbot.

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