Der Heilige Werner von Oberwesel (1271-1284)

Anonym

1999/250/0
Kunst
Gemälde
Öl auf Leinwand
1711
Höhe: 113 cm Breite: 71.5 cm Objektmaß; Sondermaße Rahmen
H: Wernerus ein Junger bauren sohn zu wesel / ist von Juden gefangen, hart gepeiniget, und am H. / Charfreytag Christo zu spoth gecreuziget worden / 19 April. Bolland. Verehret von bauren 1711 u,r.: "ren. 175."
Stiftung Jüdisches Museum Berlin (Hg.): Geschichten einer Ausstellung. Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte, Kat. Jüdisches Museum Berlin, Berlin: Proprietas-Verlag, 2. Auflage, 2002.
Objekttext aus der Dauerausstellung des JMB:

Der Jude" als Sündenbock

Viele Christen glaubten, Juden würden für ihre religiösen Rituale Menschenblut benutzen. Im Jahre 1287 brachte der Tod des hier abgebildeten Knaben Werner aus Oberwesel nicht nur seinen vermeintlichen jüdischen Mördern den Tod - Juden in ganz Mitteleuropa mussten ihr Leben lassen.

Um 1347 erfasste die Pest Europa. Tausende erlagen der Epidemie, und man suchte vergeblich nach Erklärungen oder Heilmethoden. So verbreitete sich das Gerücht, Juden hätten die Brunnen vergiftet. Damit begann eine neue Phase der Verfolgung und des Mordes.

Bis ins 19. Jahrhundert wurden Juden solche und ähnliche Beschuldigungen entgegengebracht.

The Jew as Scapegoat

Many Christians believed that for their religious rituals Jews needed human blood. In 1287, the death of the Christian boy, Werner, from Oberwesel, pictured here, brought death to his alleged murderers - and Jews all over Europe were killed in revenge.

In 1347, a great sickness swept Europe - the Plague - and thousands fell victim. People desperately searched in vain for explanation or remedy. A rumor spread - the Jews had poisoned the wells! This was the beginning of a new phase of persecution and murder.

Right into the 19th century, Jews continued to face accusations of every kind.

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