Geldbörse von Walter Blumenthal (1867-1942)

2000/141/1
Alltagskultur
Leder, Ripp-Moiré-Futter, Metallfadenstickerei/Sprangarbeit
Deutschland vermutlich 1900 bis 1910
Höhe: 12 cm Breite: 8 cm Tiefe: 1.5 cm aufgeklappt: 16,00 cm
innen geprägt: "ALBERT ROSENHAIN / BERLIN S.W."
Innen Monogramm: "WB" [Walter Blumenthal]
Schenkung von Gretel Verhoek
Dreifächriges Mäppchen aus braunem, gemustertem Leder zum Aufklappen.

Das Steckfach linkerhand trägt in großen geschwungenen Goldbuchstaben das aufgestickte Monogramm des Besitzers. Darunter ein weiteres Fach, auf dem der Schriftzug Albert Rosenhain - Name des Geschäfts, wo das Mäppchen gekauft wurde - in goldenen Buchstaben geprägt ist. Auf der rechten Seite befindet sich eine durch eine Lasche seperat verschließbare Innentasche.
Darin sind zwei Fächer enthalten, die jeweils mit einem Sichtfenster versehen sind.

Text aus der Dauerausstellung des JMB:

Die Geldbörse von Walter Blumenthal

Im August 1942 verhaftete die Gestapo Walter und Elisabeth Blumenthal in ihrer Wohnung in der Wielandstraße 17 in Berlin-Charlottenburg. Zusammen mit anderen sollten sie auf einem LKW abtransportiert werden. Kurz vor der Abfahrt wurde etwas vom Wagen geworfen. Eine Nachbarin beobachtete die Szene und hob den Gegenstand später auf.

Es war die Geldbörse von Walter Blumenthal. Sie enthielt seine Visitenkarte und zwei Fotos. Walter und Elisabeth Blumenthal, beide über 70, wurden nach Theresienstadt deportiert und später in Minsk ermordet.

Die Geschichte von der Geldbörse wurde in der Familie der Nachbarin immer wieder erzählt und bewahrt so die Erinnerung an das Schicksal der Blumenthals.

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