Schofar

KGH 80/1/0
Judaica/Angewandte Kunst
Horn, geritzt, geschnitzt
Deutschland 19. Jahrhundert
Höhe: 44.5 cm Breite: 9.5 cm Tiefe: 3 cm T mit Biegung des Horns
Auf der Vorderseite: "ki wa-jom hase jekaper alejchem le-taher etchem mi-kol chatoteichem lifnei Adonai". Auf der Rückseite: "Tiku wa-chodesch schofar ba-kesse le-jom chagenu. Ki chok le-Jisrael hu mischpat le-Elohej Jaakow ".
Berlin Museum (Hg.): Judaica, S. 207, Nr. 125.
Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
Das 44,5 cm lange, braune Widderhorn ist an einer Seite halbrund gebogen. Auf der Biegung ist ein Muster aus Punkten, Zacken, Streifen und Rauten eingeritzt. Oberhalb des Musters auf dem langen Hauptkorpus befinden sich auf beiden Seiten des Horns geschnitzte Inschriften auf Hebräisch, die am Ende des Mundstücks teilweise unleserlich abgerieben und abgeschnitten sind. Die hebräische Inschrift auf der Vorderseite lautet übersetzt: "Denn an diesem Tage wir er euch sühnen, dass ihr rein werdet; von all euren Sünden sollt ihr rein werden vor dem Ewigen." (Wa-Jikra 16:30/ Lev. 16:30). Auf der Rückseite befindet sich als Inschrift ein Psalm (Tehillim 81:4-5). Übersetzt lautet er: "Stoßet am Neumond in die Posaune, am Monatsbeginne zu unserem Festtage. Denn eine Satzung für Jisrael ist es, eine Vorschrift von dem Gotte Jaakob´s."

Das Schofar wurde zum ersten Mal in der hebräischen Bibel (Schemot 19:16) erwähnt. Das Schofar, ein Widderhorn, wird jedes Jahr im Herbst an Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest, geblasen. Es mahnt zur Buße und Besserung und weist auf die künftige Erlösung Israels hin.

Die Datierung von Schofarot ist generell schwierig. Meist befand sich das Schofar im Besitz des Bläsers, der es benutzte und in erster Linie als Gebrauchskunstgegenstand betrachtete.

Von den meisten vergleichbaren Schofarot, die aus Deutschland stammen, wird vermutet, dass sie im 18. Jahrhundert hergestellt wurden.

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