Tora-Mantel

KGT 81/33/0
Judaica/Angewandte Kunst
Samt, bestickt
datiert laut Inschrift: hebr. Jahr: [5]670 1909 bis 1910
Höhe: 69 cm Breite: 42 cm
Hebr. Inschrift (siehe Beschreibung für Übersetzung)
Die Sammlung Zvi Sofer, Ausst. Kat., Hameln 1980, Nr. 50, S. 48. Bendt, Vera/Berlin Museum (Hg.): Judaica-Katalog, Berlin 1989, Nr. 87, S. 172, Abb. ebenda.
Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
Im Mittelfeld dieses Tora-Mantels sind die Jerusalemer Westmauer und ein Ausschnitt des Tempelbergs dargestellt. Die Westmauer ist durch farblich in unterschiedlichen Tönen gehaltene Stickereien mit ihren charakteristischen Steinquadern abgebildet. Auf dem Tempelberg sind vier Zypressen in grünem Garn gestickt. Ein gebundener Kranz aus Ölzweigen und eine Kronen-Applikation rahmen die Darstellung ein. Unterhalb der Krone befindet sich mittig ein gestickter fünfzackiger Stern. Das Schriftband am unteren Rand enthält die Widmung. Oberhalb dieses Schriftbandes befindet sich ebenfalls mittig ein gestickter fünfzackiger Stern.

Die hebräische Inschriften auf dem Tora-Vorhang lauten auf Deutsch:
"K[rone] der T[ora] /
Im Jahr [5]670 [= 1909 -1910] /
Der Tempelberg /
Die westliche Mauer /
Gewidmet / zu Ehren des Herrn, unserem Lehrer, Raw Jitzchak / Naftali, er möge leben, Sohn unseres Lehrers, Raw Fisch, seine Heiligkeit, er möge leben / und seiner Ehefrau, die ehrenwerte Frau, Frau Friwa, / sie möge leben. /
Jerusalem möge wiedererbaut werden."

Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Jerusalem ein großes Wachstum der Tourismusindustrie. Es wurden Produkte entwickelt und der Tempelberg in Jerusalem wurde oft abgebildet. Die Westmauer mit den Zypressen wurde ohne Zweifel zum beliebtesten Motiv und findet sich auf rituellen Gegenständen (wie diesem), aber auch auf Schmuckgegenständen, Büchern und Druckgrafiken, unter anderem.

Dieser Tora-Mantel war Teil der Sammlung Zwi Sofer, die 1981 für die Jüdische Abteilung des Berlin Museums erworben wurde und sich heute im Jüdischen Museum Berlin befindet. Da die Provenienz des Objekts zwischen 1933 und 1945 Lücken aufweist, ist das Jüdische Museum Berlin bemüht diese durch gezielte Recherchen aufzuklären.

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