Chuppa, American Joint Distribution Committee

2001/266/0
Judaica/Angewandte Kunst
Textil, bestickt, Metall
Palästina 1945 bis 1948
Höhe: 155 cm Breite: 151 cm gemessen ohne Bänder. Bänder je 10 cm. Metallringe 2 cm Durchmesser
Vordere, linke Seite auf hebr. gestickt: "Joint/ tozeret Eretz- Jisrael "(=Joint/ hergestellt in Eretz-Israel)/ in lat. Buchstaben: "A.J.D.C."
In der Mitte, in hebr. gestickt: "Zion"/" Kol sasson we-kol simcha/kol chatan we-kol kalla" (= Stimme der Wonne und Stimme der Freude/ Stimme des Bräutigams und Stimme der Braut)
Die Chuppa (Hochzeitsbaldachin) besteht aus einem fast quadratischem Stück hellblauer Baumwolle, das umlaufend mit einer weissen Fransenborte eingefasst ist. Der Stoff ist auf der Rückseite mit weissem Leinen unterfüttert. In der Mitte befindet sich ein viereckiges Feld, das durch eine umlaufende Stickerei aus gelber Kunstfaser abgegrenzt ist. Das Zentrum des Vierecks ist mit einem, in weisser Kunstseide gestickten Magen David versehen, in dessen Mitte sich eine gestickte, hebräische Inschrift (s. Inschrift) in gelber Farbe befindet. Oberhalb des Magen David ist eine weitere, bogenförmig angebrachte Inschrift in weisser Farbe aufgestickt, die sich unterhalb des Sterns in gradliniger Form fortsetzt (s. Inschrift). Links und rechts des Magen David ist der Stoff jeweils mit einer sechsblättrigen, gelben Blüte dekoriert. An jeder Ecke der Chuppa befindet sich ein schmaler, blauer Streifen aus dem Stoff des Obermaterials von ca. 10 cm Länge, der am seinem äussersten Ende mit einem silbernen Metallring versehen ist. Alle Nähte und Stickereien wurden maschinell ausgeführt.

Die Inschrift ist der traditonelle Hochzeitssegen (aus: Jeremias 7:34)

Hochzeitsbaldachine (Chuppot), die in Palästina vor der Staatsgründung Israels hergestellt wurden, wurden vom JDC in Displaced Persons Camps in Deutschland verteilt. Sie wurden dort für Hochzeitszeremonien verwendet. Während des Gebrauchs wurden die Baldachine höchstwahrscheinlich von vier hölzernen Stangen, die an den vier Ecken befestigt waren, getragen.

Vergleichsobjekte: Die gleichen Chuppot befinden sich in den Sammlungen von Yad Vashem, Jerusalem und des Museum of Jewish Heritage, N.Y. , ID No.6.97.

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