2005/178/0
Judaica/Angewandte Kunst
Silber, getrieben, gegossen, montiert
Bremen nach 1888
Höhe: 34.5 cm Durchmesser des Fußes:11,70 cm, Durchmesser des geöffneten Bechers: 9,80 cm
Auf der Innenseite des Fußes: "GEBR. FRIEDLÄNDER"; Modelnummer: "16955"; Marke in Form einer Fußschale (Koch & Bergfeld); 800, Halbmond, Reichskrone
Handbook on Judaica Provenance Research: Ceremonial Objects. By Julie-Marthe Cohen, Felicitas Heimann-Jelinek, Ruth Jolanda Weinberger, 2018
Der Becher, ein so genannter Ananas-Pokal, ist aus drei Teilen montiert und besteht aus einem Fuß mit runder Basis, einem schmalen Mittelstück und der Kuppa mit abnehmbarem Deckel. Kuppa und Deckel sind in der Form einer Ananas ausgebildet. Die in Treibarbeit hergestellten Buckel auf der Kuppa sind nicht rund, sondern leicht kantig, ähnlich der schuppigen Oberfläche einer Ananas. Auf der Oberseite des Deckels ist ein Griff in Form einer Blütenknospe angeschraubt.
In geschlossenem Zustand des Bechers fügen sich die Spitzen des Deckels in die entsprechenden Zwischenräume der Oberfläche der Kuppa, so, dass der Deckel kaum sichtbar ist und Kuppa und Deckel als ein Stück erscheinen. An der Stelle, an der die Kuppa auf das Mittelstück aufgesetzt ist, befinden sich gesägte und zu Voluten gedrehte Metallstreifen. Das Mittelstück, das Fuß und Kuppa verbindet, ist mit vier gegossenen Ornamenten verziert, die jeweils eine Frauenbüste tragen. Darunter befinden sich sechs konvexe, tropfenförmige Auswölbungen, die sich auf dem Fuß in größerer Form und umgekehrter Richtung wiederholen. Jeweils zwischen zwei Auswölbungen auf dem Fuß befindet sich eine Blüte mit drei Blütenblättern. Der untere Rand des Fußes schließt glatt ab.

Der Ananas-Pokal war seit dem späten 16. Jahrhundert ein beliebter Formentypus. In der Zeit des Historismus im späten 19. Jahrhundert wurde dieser Typus im Zuge der Neo-Renaissance-Mode erneut populär und von verschiedenen Herstellern angefertigt. Dieser Becher wurde von dem Metallwarenhersteller Koch & Bergfeld in Bremen produziert und bei der bekannten Berliner Gold- und Silberwarenhandlung Gebrüder Friedländer vertrieben. Die Modelnummer verweist auf die erstmalige Herstellung im Jahr 1888.

Der Becher wurde in der Familie des Stifters als Elias-Becher verwendet.

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