Kündigung der Arbeitsstelle für Gertha Kroto (1893-1972)

2005/16/153
Archiv
Papier, Stempelfarbe
Berlin 28.4.1933
Höhe: 32.9 cm Breite: 20.8 cm
Schenkung von Marion Lippmann
1 Blatt. Hochformat. Machinenschriftlich verfasst und mit Stempel und Unterschrift versehen.

Gertha Kroto wird in diesem Schreiben mitgeteilt, dass ihre Anstellung als Zahnarztassistentin in der Klinik Müllerstr. 4 zum 31. Mai 1933 vorsorglich gekündigt wird.

Das Schreiben wurde unterschrieben vom Vorsitzenden des Gewerkskrankenvereins Berlin K. Gottesmann und dem Schriftführer A. Palzin [?]. Es trägt den Stempel des Gewerkskrankenvereins Berlin.

Die Rückseite des Dokuments ist unbedruckt und unbeschrieben.

In der Folge des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" regelte eine Verordnung vom 22. April 1933 die Zulassung von Kassenärzten und ermöglichte den Ausschluss jüdischer Ärzte. Sie verloren dadurch den größten Teil ihrer Patienten. Die Praxen wurden ihrer wirtschaftlichen Grundlage beraubt. Von dieser Maßnahme war auch Gertha Kroto betroffen. Seit 1924 praktizierte sie als Zahnärztin in Berlin. Im Juni 1933 entzog ihr der Berliner Landesverband der Zahnärzte Deutschlands die Kassenzulassung, so dass sie ihre Praxis schließen musste. Gertha Kroto emigrierte mit ihrer Familie nach England.

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