2006/74/43
Judaica/Angewandte Kunst
Steingut, glasiert
Stoke-on-Trent 1938 bis 1940
Höhe: 4.7 cm Breite: 13.7 cm Tiefe: 4.7 cm
Auf der Unterseite, in schwarz: Pinselmarke der Greta Pottery "GP"
Unterseite: GB (Greta Pottery-Mongramm)
Zu Margarete Marks (geb. Heymann, verw. Loebenstein) im Exil: Hudson-Wiedemann, Ursula: Exil in Großbritannien: Die Keramikerin Grete Loebenstein-Marks, in: Grenville, Anthony (Hg.): Refugees from the Third Reich in Britain (=The yearbook of the research centre for German and Austrian exile studies, 4), S. 151-172.
Schenkung von Frances Marks
Die Vase hat die Form dreier aneinander gereihter und ineinander übergehender Kugelelemente. Auf der Oberseite haben die drei Kugelelemente je eine runde Öffnung. Die beiden äußeren Kugelelemente haben an ihrer jeweiligen Außenseite einen leicht hervortretenden, runden Fortsatz. Die Vase ist mit einer matten, weißen Glasur versehen und mit einem Muster aus feinen blauen Strichen und lila Punkten bemalt. Die Vase ist weiß glasiert und mit feinen blauen Strichen und lila Punkten bemalt.

Die Vase wurde von der Keramikerin Margarete Heymann-Loebenstein im englischen Exil gefertigt. 1936 war sie aus Berlin, wo sie eine renommierte Keramik-Fabrik leitete, nach England emigriert. Sie war seit Ende 1936 freiberuflich für diverse Keramikwerkstätten in Stoke-on-Trent tätig und lehrte an der Burslem School of Arts. In England war sie dazu gezwungen sich in Form, Dekoration, Glasur und Farbe dem dortigen Keramikdesign anzupassen. Das für ihr Schaffen bis dato charakteristische Avantgardedesign wurde von Heymann-Loebenstein häufig durch gedeckte Farben und floral-figürliches Dekor ersetzt.

An ihre großen Erfolge in Deutschland konnte Heymann-Loebenstein nicht anknüpfen. Nachdem die verwitwete Künstlerin 1938 erneut heiratete, nahm sie den Nachnamen "Marks" an. In demselben Jahr gründete sie gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann das kleine Unternehmen "Greta Pottery". Die Pinselmarke auf der Unterseite der Vase ("GP") zeigt an, dass es aus dieser Schaffensphase stammt. Die "Greta Pottery" musste jedoch kriegsbedingt bereits 1940 schließen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete Marks sich ein Studio in ihrem Haus in London ein. Sie starb im Jahr 1990.

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