Umzugsgutverzeichnis für Auswanderer, ausgefüllt von Fritz Eschen (1900-1964)

2006/138/5/001-014
Archiv
Druckerzeugnis
Papier, Buntstift
Berlin 19.6.1939
Höhe: 29.6 cm Breite: 20.8 cm
Schenkung von Klaus Eschen
14 Blätter, Vordruck, maschinenschriftlich ausgefüllt, mit rotem und blauem Buntstift korrigiert.

Name und Adresse:
Fritz Israel Eschen, Berlin-Wilmersdorf, Kaiser-Platz 1, Grths. Erdg.

Detaillierte Auflistung persönlicher Sachen. Einige der Positionen wurden offenbar von einem Bearbeiter (des Finanzamtes?) mit blauem bzw. rotem Buntstift durchgestrichen. Hinter den rot durchgestrichenen Gegenständen auf S. 5 findet sich der hs. Vermerk "nicht genehmigt". Bei diesen nicht genehmigten Sachen handelt es sich vorrangig um Bestandteile des Fotolabors und der Fotoausrüstung von Fritz Eschen sowie um Büroeinrichtungen.

Der Bildjournalist Fritz Eschen überlebte den Nationalsozialismus in Berlin, denn seine zweite Ehe mit einer Christin schützte ihn vor der Deportation. Seine erste Frau und der gemeinsame Sohn Peter wurden 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

1933 erhielt Fritz Eschen Berufsverbot, bis Kriegsende leistete er Zwangsarbeit bei der Reichsbahn. Weil seine zweite Frau Amerikanerin war, beantragte er für sich und den Sohn Thomas ein Visum für die USA. Doch es wurde abgelehnt. Der neunjährige Thomas starb 1944 in Berlin an einer Blinddarmentzündung, weil der Arzt sich weigerte, das "Mischlingskind" in ein Krankenhaus einzuweisen.

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