Seder-Teller

2007/69/0
Judaica/Angewandte Kunst
Zinn, gegossen, graviert, punziert
Mainz Hebräische Schrift am äußeren Rand zeigt das Jahr 1753/1754 1751 bis 1754
Höhe: 3.3 cm Durchmesser: 41.5 cm Durchmesser: 41,50 cm Höhe variiert im Milimeterbereich
Marke auf der Rückseite
S. Beschreibung
Vergleichsobjekte: Heuberger, Georg: Pracht der Gebote, Die Judaica Sammlung des Jüd. Museums Frankfurt am Main 2006, S. 262. Shachar, Isaiah: Jewish Tradition in Art, The Feuchtwanger Collection, Israel Museum 1981, Nr. 463. Benjamin, Chaya: The Stieglitz Collection, Masterpieces of Jewish Art, Israel Museum 1987, S. 294, 292.
Schenkung von Sidney L. Kroner
Der runde Teller hat einen vertieften Fond, eine 8,5 cm breite Fahne und ist mit zahlreichen Gravuren und Inschriften versehen. In der Mitte des Fonds befindet sich ein achteckiger Stern, der ein Medaillon umfasst, in dessen Mitte sich ein Widder auf einem Altar befindet und links daneben eine Blume. Über dem Lamm ist eine hebr. Inschrift graviert: "Korban" (= Opfer), unter dem Widder: "Pessach". Die Bogenzwickel weisen Darstellungen der vier Söhne der Haggada und vier Abbildungen unterschiedlicher Blumen auf, wobei die Blumen und Personen abwechselnd angeordnet sind. Die vier Söhne mit den dazugehörigen Bezeichnungen sind im Uhrzeigersinn angeordnet: 1. Der weise Sohn, 2. Der Sohn, der nicht zu fragen weiß, 3. Der einfältige Sohn, 4. Der böse Sohn.

Am äußeren Rand ist auf den Fond des Tellers ein ca. 1,5 cm breites, umlaufendes Muster eingraviert. Darüber ist der Verlauf des Seder-Abends in ca. 1,5 cm hohen hebr. Buchstaben beschrieben, wobei der Anfang der Inschrift mit einem floralem Ornament verziert ist. Die Inschrift lautet: "Kaddesch /urachaz /karpas/jachaz /maggid /rachza/mozi /mazza/maror/korech /schulchan orech /zafun/barech/hallel/nirza". In dem sich anschließenden Bereich des inneren Fahnenrandes befindet sich eine eingravierte jiddische Inschrift. Die Fahne ist zudem mit dreizehn kreisrunden Kartuschen dekoriert, die in gleichen Abständen angeordnet sind und von denen elf bildliche Darstellungen zu dem Lied "Chad Gadja" enthalten. Die zwei übrigen Kartuschen zeigen zwei Stadtansichten, von denen eine Jerusalem darstellt. An der Kopfseite der Fahne befindet sich ein querrechteckiges Feld von ca. 5 cm Breite. Daran befinden sich an der Oberseite zwei zum Priestersegen geformten Hände. Es enthält die hebräischen Buchstaben: "He, mem, pe, kaf". Zwischen den Kartuschen befinden sich Gravuren mit floralen Elementen, Vögeln, Weinreben und den hebr. Bezeichnungen zu den einzelnen Darstellungen.

Dieser reich verzierte Teller stammt ursprünglich aus Mainz. Er wurde für Abraham Hirsch hergestellt. Die Inschrift auf dem inneren Rand schildert den Verlauf des Pessach-Festes. Bei dem Festessen wird der Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei gedacht. Die äußeren Abbildungen stellen ein populäres aramäisches Ketten-Lied dar, in dem es um ein Zicklein und sein Schicksal geht: "Chad Gadja".

Der Teller wurde über mehrere Generationen zu Pessach genutzt, zuletzt als Platte für ungesäuertes Brot, die Mazze. Die Familie des Stifters, die ursprünglich aus Mainz stammte, lebte in Berlin und wanderte 1933 nach England aus.

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