Babyleibchen, gefertigt von Ilse Jacobsohn (1920-2007)

Ilse Jacobson (1920 - 7.2007)

2007/127/54
Alltagskultur
Baumwolle, leinwandbindig
Berlin 1938
Höhe: 28.9 cm Breite: 32.9 cm Höhe = Länge
Schenkung von Ilse Jacobson
Leibchen für ein Baby.
Das weiße Leibchen aus dünnem Baumwollstoff hat kurze Ärmel und kann als Unterwäsche um den Oberkörper gewickelt werden. Am Halsausschnitt befindet sich eine Schnur zur Fixierung.

Wie ihr Vater und Großvater wollte Ilse Jacobsohn Medizin studieren. Da ihr jedoch wegen des im Juni 1938 erlassenen Verbots für Juden zur Teilnahme an Vorlesungen an deutschen Hochschulen und Universitäten der Zugang zum Studium verwehrt war, entschloss sie sich zu einer Ausbildung als Kindergärtnerin. Über die "Reichsvertretung der Juden in Deutschland" konnte sie von 1938 bis zu ihrer Emigration das Jüdische Seminar für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen in Berlin-Grunewald, Wangenheimstr. 36 besuchen. Für die Teilnahme musste sie einen Schneiderlehrgang absolvieren, sie musste kochen, nähen und putzen können. 1939 emigrierte sie mit ihren Eltern nach Kuba, 20 Monate später von dort in die USA.

Mit diesem selbstgefertigten Leibchen bewarb sich Ilse Jacobson bei dem von ihr besuchten Kindergärtnerinnenseminar.

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