Babypüppchen mit Zubehör aus dem Besitz von Anneliese Schoeps (1924 - 2004)

2010/88/1/1-5
Alltagskultur
Deutschland Datum des Kindertransports 13.7.1939
Höhe: 7.7 cm Breite: 5 cm Tiefe: 3.3 cm
"Germany" (Hinterkopf der Puppe) "Tiny / Tears / PAT" (Schnuller)
Schenkung von Heidrun Benseler
Püppchen mit gehäkeltem Rock, Kleidchen und Mütze zum Anziehen.

Bewegliche Arme und Beine. Vermutlich maschinell bemalter Kopf - die Augen sind unpräzise aufgetragen - mit tiefer Mundöffnung, in die sich vielleicht ein Schnuller stecken ließ. Trägt ein gehäkeltes weißes, ärmelloses Hemdchen und Unterhose. Beiliegend ein rosafarbenes Kleidchen mit Trägern zum Verknoten und ein grüner Rock mit lilafarbenem Saum an der Oberkante und grünrotem Zug zum Verschnüren sowie eine graue Mütze mit aufgesticktem weißem "A".

Mit fünfzehn Jahren kam Anneliese Schoeps im Juli 1939 aus Berlin mit einem Kindertransport nach England. Die kleine Puppe hatte sie im Gepäck. Annelieses Eltern blieben in Deutschland zurück. Sie hatten sich wenige Jahre zuvor scheiden lassen. Georg Schoeps, ein Anwalt, war 1934 wegen "Rassenschande" zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, aufgrund eines Verhältnisses mit seiner christlichen Sekretärin.

1942 heiratete Anneliese Schoeps den Österreicher Peter Lichtenstein. Die beiden hatten sich in einer Herberge für junge Juden in Salford kennengelernt. 1943 erfuhr sie, dass ihre Mutter in Berlin Selbstmord begangen hatte. Anneliese und Peter Lichtenstein änderten ihren Namen später in Linton. Das Paar adoptierte zwei Söhne und eine Tochter.


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