"Judenstern" aus dem Besitz von Martin Friedländer (1920-1995)

Geitel & Co.

2010/122/1
Alltagskultur
Baumwolle, bedruckt; Kunstfaser(?) Seide(?) Köpergewebe
Berlin 1941 bis 1945
Höhe: 9.3 cm Breite: 8.8 cm
"Jude"
Zum historischen Kontext s. "Bitter Bonnets and Badges", in: Eric Silverman: A Cultural History of Jewish Dress , London, New York, 2013, S. 47-67
Schenkung von Brigitte Rodriguez
Schwarz bedruckter, gelber Baumwollstoff in Form des Davidsterns mit der Aufschrift "Jude" im Zentrum, gefüttert mit dunkelblauem Stoff. Auf der Rückseite sind noch Fadenreste erkennbar, mit denen der Stern am Kleidungsstück angenäht war.

Der "Judenstern" ist Teil eines umfangreichen Konvoluts zu dem Kaufmann Martin Friedländer aus Berlin. Neben Unterlagen zu seiner Verfolgung während der NS-Zeit enthält der Bestand zahlreiche Dokumente aus der Nachkriegszeit, darunter umfangreiche Restitutionsunterlagen, die Auskunft über das erlittene Schicksal Martin Friedländers und die schweren Spätfolgen geben, unter denen er bis zu seinem Tod litt. Dokumentiert ist außerdem das gesellschaftliche Engagement Martin Friedländers in der Jüdischen Gemeinde von Berlin und in der Gedenkkultur der Stadt. Während der NS-Zeit war Friedländer Mitglied einer Widerstandsgruppe, Weil seine Mutter erst bei ihrer Heirat zum Judentum konvertiert war, blieb er zunächst von der Deportation verschont. Ende 1943 wurde er denunziert und während der Verteilung von Flugblättern verhaftet. Er überlebte mehrere Konzentationslager, nach Kriegsende lebte er bis 1953 in Ost-, danach bis zu seinem Tod in West-Berlin.


Wissen Sie mehr zu diesem Objekt?
Haben Sie vielleicht einen Fehler gefunden?

Schreiben Sie uns:

Nach oben springen