Kette und Medaillon mit Fotografie aus dem Beisitz von Anneliese Linton, geb. Schoeps (1924-2004)

2011/7/3/001-002
Alltagskultur
Berlin Datum des Kindertransports 13.7.1939
Höhe: 25.7 cm Breite: 1.8 cm Tiefe: 0.7 cm Durchmesser: 2.2 cm Höhe = Länge der Kette inkl. Medaillon; Durchmesser = Durchmesser des Medaillons
"333" (Verschluss)
Schenkung von Heidrun Benseler
Rötlich-goldene Kette mit Medaillon, darin eine Fotografie.

Das Medaillon hat eine sechseckige Form. Die Außenseiten bestehen aus ovalen und runden Kettenelementen, die unbeweglich miteinander verbunden sind. In der Mitte befindet sich ein Metallzylinder, an dessen Schauseite ein runder schwarzer Schmuckstein angebracht ist. In ihn ist konkav ein behelmter Kopf im Profil mit Blick nach links eingraviert.
Auf der Rückseite befindet sich eine Klappe mit einem Muster aus gepunkteten Linien. Im Innern befindet sich ein auf die Maße des Medaillons zugeschnittenes Fotografiefragment, das einen Mann mit Schnurrbart im Halbprofil mit Blick nach rechts zeigt. Die Identität des Mannes ist unbekannt.

Mit fünfzehn Jahren kam Anneliese Schoeps im Juli 1939 aus Berlin mit einem Kindertransport nach England. Die Kette mit dem Medaillon hatte sie im Gepäck. Annelieses Eltern blieben in Deutschland zurück. Sie hatten sich wenige Jahre zuvor scheiden lassen. Georg Schoeps, ein Anwalt, war 1934 wegen "Rassenschande" zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, aufgrund einer Liebesbeziehung mit seiner "arischen" Sekretärin.

1942 heiratete Anneliese Schoeps den Österreicher Peter Lichtenstein. Die beiden hatten sich in einer Herberge für junge Juden in Salford kennengelernt. 1943 erfuhr sie, dass ihre Mutter in Berlin Selbstmord begangen hatte. Anneliese und Peter Lichtenstein änderten ihren Namen später in Linton. Das Paar adoptierte zwei Söhne und eine Tochter.

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