Porträt Martha Frankenstein (1885-1943)

2011/73/3/002
Fotografische Sammlung
Fotografie (s/w)
Fotografie
vermutlich Flatow ca. 1910 bis 1915
Höhe: 13.9 cm Breite: 8.8 cm
o.m. (hs. mit Tinte schwarz): "Meine Lieben! / Soll ich keine Nach-/ richt mehr erhalten? / Vielleicht antwort/test Du mir l. H. / auf Pass Bild. Es / ist eine Schnellphoto- / graphie. Allerseits / herzliche Grüße! / Martha."
Schenkung von Leonie und Walter Frankenstein
Fotografie (s/w), Hochformat, Postkartenaufdruck, oben rechts auf S. 3 eines Fotoalbums.
Unter und rechts neben der Fotografie aufgeklebter Zettel (maschinenschriflich): "Martha Frankenstein född Fein / Dotter till Wilhelm och Hermine Fein / född 28/10/1885 Waldenburg/ Schlesien / Tyskland // Mars 1943 nazisterna deporterad / från Berlin till Auschwitz och mördad / Bilden är från ca. 1910-15"

Die Aufnahme zeigt eine Frau (Martha Frankenstein), die in einem Fotoatelier für die Kamera posiert. Sie ist als Ganzfigur und in Dreiviertelansicht nach links gewandt dargestellt. Sie trägt ein dunkles Kleid und hält ihre rechte Hand hinter den Rücken. Links neben ihr steht ein kleiner Tisch, auf dem sich ein dunkles Tuch, eine helle Spitzentischdecke sowie ein Buch befinden. In ihrer linken Hand hält sie einen Blumenstrauß und hat diesen auf dem Tisch abgelegt. Im Hintergrund ist eine Zimmerkulisse zu sehen.

Martha Frankenstein geb. Fein war die Mutter von Walter Frankenstein und verheiratet mit Max Frankenstein.

Erinnerungen von Walter Frankenstein an das Foto:
"Sie war eine wunderbare Mutter, und ich war bei ihr das Walterchen, und auch als ich schon verheiratet war: das Walterchen, mit 14 Jahren schon 182 groß. Die Mama war eine fromme Frau, zu Hause wurde alles koscher gekocht, nach jüdischem Brauch, zu Ostern/Pessach wurde Extrageschirr vom Speicher geholt. Sie führte nach dem Tod meines Vaters das Geschäft weiter, bis es 1938 enteignet wurde (wie das Haus), und dann fuhr sie nach Braunsberg,da gab es schon lange eine Oma Fein. Das war die 2. Frau von Wilhelm Fein, sie war krank und meine Mutter pflegte sie, bis sie starb, um die Jahreswende 1938/39, und dann ging sie nach Berlin. Es ist so, dass sie immer für alle Menschen da war, selbstlos, tolerant, musikinteressiert."

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