Zunftuhrkette (Charivari) der Firma Mosberg für Maurer

M. Mosberg, Mechanische Fabrik für Arbeits- und Berufskleidung

2012/25/0
Alltagskultur
Metall, Messing, vernickelt, Emaille, Garn
Bielefeld ca. 1931 bis 1938
Höhe: 0.6 cm Breite: 30 cm Tiefe: 6.8 cm weitest möglich auseinandergelegt
"MMB" [= M. Mosberg Bielefeld]
mittlere Plakette: "M. MOSBERG / BIELEFELD / GES. GESCHÜTZT"
Aubrey Pomerance: "Das Mekka der Zimmerleute" : die Firma M. Mosberg in Bielefeld, in: JMB Journal : Jüdisches Museum Berlin. - (2010/11), H. 3 : Business, S. 42 - 45
Uhrkette, sogenannte Charivari, der Firma M. Mosberg für die Maurerzunft; vierkettig mit drei Kettengliedern und einem Anhänger; an einem Ende ein Metallring mit Schiebeöffnung, am anderen Ende ein Karabinerhaken zur Befestigung der Kette an der Kleidung.

Mittig befindet sich ein großes, plakettenartiges Kettenglied auf dem zwei männliche Figuren, beide mit Hüten, einer davon in Zimmermannskluft, mehrfarbig emailliert (schwarz, weiß, rot) dargestellt sind. An der Plakette hängt mithilfe eines grauen Fadens ein Anhänger in Form eines Winkels mit kreuzendem Hammer. Die beiden anderen Kettenglieder rechts und links der Mittelplakette sind optisch identisch, sie sind rund und tragen das Zunftzeichen der Maurer bestehend aus Kelle, Winkel und Hammer mit der Buchstabenfolge "MMB", das für M. Mosberg Bielefeld steht.

Die Firma Mosberg ging aus einem 1850 gegründeten Manufakturwarengeschäft hervor, das nach 1890 von den Brüdern Max und Julius Mosberg geführt wurde und Arbeits- und Berufskleidung, sowie Werkzeuge produzierte. Das Besondere an den Fabrikaten der Firma Mosberg war, dass sie sich an traditionellen Mustern der Zunftbekleidung orientierten. Die Firma befand sich zunächst in der Jöllenbeckerstraße 45 in Bielefeld, im Jahre 1907 wurde ein neues Geschäftshaus in der Jöllenbeckerstraße 5, unweit des Bahnhofs, errichtet, 1921 war die Firma so erfolgreich, dass sie über 200 Angestellte beschäftigte. Im September 1938 wurde sie "arisiert". Der letzte Eigentümer der Firma, Max Mosberg (1867-1942) und seine Frau Johanna (1879-1943) wurden 1943 aus Bielefeld deportiert, und sind umgekommen.

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