Einladung zu einer antisemitischen Kundgebung an Justizrat Panzer

2002/24/182
Archiv
Postmitteilung
Papier
vermutl. München 20.4.1933
Höhe: 29.8 cm Breite: 21 cm
Bericht über die Veranstaltung in: Vossische Zeitung, 20.04.1933 Weber, Reinhard: Das Schicksal der jüdischen Rechtsanwälte in Bayern nach 1933, Oldenbourg Verlag, 2006, S. 75.
Schenkung von Brigitte Komischke
Ein Blatt, Hochformat, maschinenschriftlich. Mit Datumsstempel versehen.

Das Dokument gehört zur Sammlung des Anwalts Fritz Dispeker. Dieser wurde 1933 dem Deutschen Anwaltsverein ausgeschlossen und emigrierte vor Kriegsausbruch nach England.

Fritz Dispeker sammelte seit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten im Januar 1933 eine große Anzahl meist dem rechten politischen Spektrum zugehöriger, auch nationalsozialistischer und antisemitischer Flugblätter und Druckschriften u.a. aus seinem Kollegenkreis.

Die vorliegende Einladung zu einer Veranstaltung zur Entfernung von Juden aus der Anwaltschaft mit dem Titel " Hinaus mit den Juden aus allen öffentlichen Ämtern und der Anwaltschaft" wurde urspünglich an Justizrat Panzer gerichtet. Die Einladung betrifft eine Veranstaltung des BNSDJ am 19.04.1933, der Eingangsstempel ist vom 20.04. Kontext der Veranstaltung ist das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, das den radikaleren Vertretern des BNSDJ nicht ausreichend war. Die Sprecher, darunter der Gauleiter Nürnbergs Julius Streicher, traten für einen kompletten Ausschluss aller Juden aus dem deutschen Rechtssystem ohne alle Sonderregelungen ein.

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