Brief von Martin Friedländer (1920-1995) an seine Mutter aus dem Konzentrationslager

Martin Friedländer (20.1.1920 - 1995)

2010/122/33
Archiv
Postmitteilung
Papier, Bleistift
Auschwitz 23.4.1944
Höhe: 21 cm Breite: 15 cm
Schenkung von Brigitte Rodriguez
Ein Blatt, Vordruck des KZ Auschwitz mit Anordnungen zum Schriftverkehr und vorgezeichneten Linien, handschriftlich mit Bleistift beschrieben.

Brief von Martin Friedländer an seine Mutter aus dem Konzentrationslager Auschwitz:

"Auschwitz, den 23. April 1944
Liebe Mutti! Wie geht es dir? hoffentlich gut! Was ich von mir auch berichten kann. Wo ich mich befinde ersiehst du ja aus dem Brief. Ich bin angenehm enttäuscht. Du darfst mir jede Woche 2 Pakete schicken, bis zu 10 Kg. Aber schicke mir bitte nicht so viel. Was du mir schicken darfst, ersiehst du ja aus den Angaben, vorne im Brief. Schicke mir bitte wenn du kannst Brot, Margarine, Margarine, Marmelade, Zwiebel, Schmalz u. Speck, harte Wurst. Aber bitte auf keinen Fall Lebensmittel."

Weil Martin Friedländers Mutter erst bei ihrer Heirat zum Judentum konvertiert war, blieb er zunächst von der Deportation verschont. Nach Auschwitz kam er als politischer Häftling, weil er illegal Flugblätter verteilt hatte.
Nach einer Odyssee durch mehrere Lager musste Martin Friedländer gegen Kriegsende zu Fuß von Hannover in das KZ Bergen-Belsen laufen, eine Strecke von 60 Kilometern. Doch ihm gelang die Flucht. Ein Bauer versteckte ihn in einer Scheune, bis ihn amerikanische Soldaten befreiten.

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