Abendhandtasche aus dem Besitz der Homberger Familie Coppel

2013/1/1
Alltagskultur
Metall, Glasperlen, Seide
Deutsches Reich ca. 1900 bis 1910
Höhe: 30 cm Breite: 18.5 cm Tiefe: 1.5 cm geschlossen, Höhe mit ausgebreitetem Henkel
Zur Familie Coppel, siehe: Brigitte Wirsbitzki: Geschichte der Moerser Juden nach 1933, Moers, 1991 (2. Aufl.), hier v.a. S. 130-133
Schenkung von Magdalene Brandt
Perlenbestickte Handtasche; halbrundes Format, oben mit goldfarbenem Taschenbügel, reich dekoriert, daran befestigt der Henkel der Tasche bestehend aus einem goldenen, flexiblen Metallkettchen. Die feinen Glasperlen in verschiedenen Blau- und Erdtönen ergeben ein abstraktes, buntes Muster aus Kreisen, Bögen und Linien. Der Klippverschluss am Taschenbügel ist mit zwei dunkelblauen Perlen besetzt. Im Inneren ist die Tasche mit einem rosafarbenen Seidenstoff gefüttert.

Die Schneidermeisterin Johanna Schwarz (1904-1996) erhielt die Tasche von der Familie Coppel als Bezahlung für Näharbeiten an Mänteln, die Mitglieder der Familie bei ihrer Deportation im Winter 1941 getragen haben. Paul Coppel (1889-1941) und seine Frau Henriette (1887-1941) lebten in Homberg am Niederrhein, sein Bruder, der Tierarzt Dr. Julius Coppel (1880-1941) und dessen Frau Sophie (1884-1941) in Moers. Sophie Coppel nahm sich 1941 in Moers das Leben, die anderen drei Mitglieder der Familie Coppel wurden im Dezember 1941 aus Düsseldorf nach Riga deportiert und dort ermordet.

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