2012/337/0
Judaica/Angewandte Kunst
New Paltz, New York, USA ca. 1980 bis 2000
Höhe: 26 cm Breite: 26 cm Tiefe: 17 cm B mit Glöckchen
Boden, gestempelt: "HANDWROUGHT © /im Kreis: "KURT MATZDORF/KJM"/STERLING/683/im Viereck: "SNAG" (Society of North American Goldsmiths)
Auf der Oberseite der Krone, auf hebr.: "Schabbat"
Metcalf, Bruce: Master Metalsmith: Kurt Matzdorf, in: Metalsmith, Fall 1981, Nr. 4, S. 16-22. National Museum of American Jewish History (Hg.): 10 X 10: Ten by Ten: Sixth Annual Invitational Craft Exhibition, Philadelphia 1986, Abb.
Die Tora-Krone hat eine ovale Grundform. Am unteren Rand der Aussenseite befindet sich ein umlaufender, glatter Metallring. Auf dem Metallring sind sechs tropfenförmige, aneinandergrenzende Metallstücke befestigt, die spitz nach oben verlaufen und die Zacken der Krone bilden. Auf den tropenförmigen Stücken befindet sich jeweils eine bebilderte Kartusche. Die Kartuschen beinhalten folgende Motive:

1. Lichtstrahlen über Wolken: Die Erschaffung von Tag und Nacht; 2. Strahlen über Wasser: Die Erschaffung des Himmelsgewölbes; 3. Auf der unteren Hälfte ist Wasser dargestellt, auf der oberen Pflanzen und Bäume: Die Trennung von Land und Wasser und die Erschaffung der Pflanzen; 4. Darstellung von Sonne, Mond und Sternen: Die Erschaffung der Himmelskörper
5. Abbildung eines Wals im Meer und fliegenden Seevögeln: Die Erschaffung der Meerestiere und Vögel; 6. Darstellung eines Elefanten, eines Lammes, eines Löwen und eines Menschen, sowie eines früchtetragenden Zweiges: Die Erschaffung der Landtiere und des Menschen.

An den unteren Zwickeln der tropfenförmigen Metallstücke ist jeweils ein goldfarbenes Glöckchen angebracht. An den Oberseiten der Metallstücke sind Grate angebracht, die in der Mitte zusammenlaufen und eine kleine Krone, die mit einer Inschrift versehen ist (s. Inschrift), tragen.

In Niedersachsen geboren, gelangte Kurt Matzdorf im Jahr 1939 mit einem Kindertransport nach England. Er studierte in London bei dem ebenfalls im englischen Exil lebenden Bildhauer Benno Elkan. Zehn Jahre später wanderte er in die USA aus, wo er Meister der Goldschmiedekunst wurde.

Matzdorf, der in seinen Arbeiten häufig traditionelle und moderne Elemente und Materialien miteinander vereint, hat sich bei dieser Tora-Krone eher an klassischen Vorbildern der Judaica-Silberschmiedekunst orientiert. Sehr außergewöhnlich ist hingegen die Darstellung eines Menschen auf einer Tora-Krone. Durch die Ikonographie und die hebräischen Buchstaben auf der aufgesetzten Krone an der Oberseite wird deutlich, dass diese Tora-Krone dem "Schabbat" gewidmet ist. Der Schabbat ist der Ruhetag, der auf die sechs Schöpfungtage folgt.

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