Modell des Eschenheimer Turms

Silberwarenfabrik Lazarus Posen Witwe

2013/129/0
Judaica/Angewandte Kunst
Frankfurt am Main, Deutschland um 1900
Höhe: 15 cm Breite: 4.7 cm Tiefe: 4.7 cm H mit Sockel, B nur Turm; Sockel: H: 1,90, B: 6,00, T: 6,00 cm
Auf dem Fuß desTurms: "POSEN", Herstellermarke, "800", Halbmond und Reichskrone
Heuberger, Georg (Hg.): Die Pracht der Gebote. Die Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums Frankfurt/Main, Köln 2006, S. 214, Kat., Nr. 216.
Der aus Silber gefertigte Turm ist ein originalgetreues Miniaturmodell des mittelalterlichen Eschenheimer Turms, der ein Wahrzeichen der Stadt Frankfurt a. M. ist.
Der Turm ist auf einen quadratischen Sockel aus schwarzem Marmor montiert. Das untere Drittel des Turms basiert auf einem rechteckigen Grundriss; auf Vorder- und Rückseite des unteren Teils befindet sich jeweils ein Rundbogen. Auf einer Seite wird der Rundbogen von zwei Seitentürmchen flankiert. Weiter oben nimmt der Turm eine Zylinderform an. Auf diesem Teil des Turmes befinden sich untereinander angeordnete Fenster. Zwischen dem ersten und zweiten Fenster von unten befindet sich jeweils eine Kartusche, die ein Wappenrelief (u.a. das Wappen der freien Reichsstadt Frankfurt, das einen Adler abbildet) ziert. Die Spitze des Turms mündet in ein spitz zulaufendes Kegeldach, das von vier Türmchen mit ebenfalls spitzen Kegeldächern sowie umlaufenden Rechteckzinnen, umrahmt ist.

Der Turm wurde von der bekannten Frankfurter Silberwaren-Firma Lazarus Posen Witwe hergestellt. Das Unternehmen Lazarus Posen Witwe entwarf, produzierte und vertrieb seit Mitte des 19. Jahrhunderts Silberwaren und fungierte als offizieller Lieferant verschiedener Höfe. Neben Zeremonialsilber produzierte die Firma in quantitativ größerem Umfang profane Silberwaren, wie Bestecke, Tafelaufsätze und Teeservice. Während des Novemberpogroms am 9. November 1938 wurden die Geschäfte der Firma in Frankfurt und Berlin zerstört. Den Firmenbesitzern gelang die Flucht ins Exil.

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