Flüchtlingsausweis der Schweiz aus dem Besitz von Ernst Schwerin (1919-2010)

2000/256/266
Archiv
Urkunde
Papier, Tinte, Fotografie
Bern 18.11.1943
Höhe: 14.8 cm Breite: 10.6 cm Sondermaß: aufgeschlagen
Schenkung von Ernest Schwerin
Heftvordruck, handschriftlich ausgefüllt, Passbild. Innen Stempel: "Für den Gebrauch in der Schweiz ungültig."

Ernst Schwerin wohnte als einziger der Geschwister Schwerin noch bei seinem Vater Eltern Hans Schwerin und dessen zweiter Frau Eva, geb. Rutkowski, die nach den Nürnberger Gesetzen in einer Mischehe lebten. Da die verstorbene Mutter ebenfalls jüdisch war, lebte Ernst Schwerin in ständiger Gefahr deportiert zu werden. Einer Verhaftung während der Fabrikaktion entkam er, weil er von seinem Vater und von Kollegen gewarnt worden war. Zunächst wohnte er für einige Tage bei einer Nachbarin, entschloss sich aber dann, mit zwei Freunden (einer davon war Gert Ehrlich, siehe dort) unterzutauchen. Wechselnde Helfer und Quartiere ermöglichten sein Überleben bis er im November 1943 gemeinsam mit Gert Ehrlich illegal über die Schweizer Grenze ging. Dort lebten die Freunde zunächst im Arbeitslager für Internierte in Möhlin. Zur selben Zeit wurde der hier vorliegende Ausweis von den Schweizer Behörden ausgestellt. Ab Dezember 1944 wurde es Ernst Schwerin erlaubt, ein Studium der Bautechnik in Basel zu beginnen.

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