Zinnteller mit hebräischen Buchstaben

2015/38/0
Judaica/Angewandte Kunst
Zinn; gegossen, graviert
verm. Süddeutschland 19. Jahrhundert
Höhe: 2.5 cm Durchmesser: 19 cm
Auf der Unterseite: Zwei Engelmarken für Feinzinn (Vgl. Hintze, II., 545)
Auf der Fahne, die hebr. Buchstaben: "Schin" und "Sajin"
Zu den Zinnmarken: Hintze, Erwin: Süddeutsche Zinngießer, Bd. II, Aalen 1964, S. 493. Zu jüdischem Leben in Viersen: Schulte, Klaus (Hg.): Schalom Viersen. Die jüdischen Familien in Dülken, Süchteln, Viersen im 19. Jahrhundert, Viersen 1998, v.a. S. 76-79.
Schenkung von Monika Tappiser
Runder Zinnteller mit bauchiger, hochgezogener Fahne. Unterhalb des Randes ist umlaufend eine schmale Linie eingraviert. Auf einer Seite der Fahne sind die hebräischen Buchstaben "Schin" und "Sajin" eingraviert. Die Buchstaben werden rechts und links von eingraviertem, pfeilförmigem Ornament flankiert. Oberhalb der zwei Buchstaben ist eine geschwungene Linie eingraviert.

Bei den hebräischen Buchstaben handelt es sich vermutlich um die Initialen jüdischer Vorbesitzer, die allerdings bisher nicht zugeordnet werden konnten. Dieser Zinnteller wurde der Sammlung des Jüdischen Museums gemeinsam mit einem weiteren Zinnteller (2015/39/0) im Jahr 2015 von einer Privatperson aus der Stadt Viersen übergeben. Die Teller stammten ursprünglich aus dem Besitz des jüdischen Ehepaares Bernhard und Rosa Nathan, die in der Viersener Wilhelmstr. 29 (seit 1900 Hausnr. 37) wohnhaft waren und drei gemeinsame Kinder (Paul Nathan, Siegfried Nathan und Hertha Nathan) hatten. Während des Novemberpogroms 1938 wurde das Haus der Familie Nathan geplündert und zerstört. Die Witwe Rosa Nathan floh daraufhin in die Niederlande, wo sie am 1. März 1941starb. Wenige Angehörige der Familie Nathan emigrierten rechtzeitig, viele wurden von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet.

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