Mitteilung der Jüdischen Gemeinde Berlin an Georg Marcuse (1901-1994)

Jüdische Gemeinde zu Berlin

2011/13/285
Archiv
Postmitteilung
Papier, Tinte, Bleistift
Berlin 29.8.1946
Höhe: 10.3 cm Breite: 14.7 cm
Schenkung von Heike Kalz
Postkarte: von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin an Georg Marcuse (1901-1994), betr. Anfrage über Verbleib der Familie Erich Marcuse, gedruckt, maschinenschritlich ausgefüllt, 2 Seiten, Berlin, 29.08.1946.

Im Frühsommer 1945 gab Georg Marcuse eine Suchmeldung nach seinem Bruder Erich und dessen verschollener Familie bei der Jüdische Gemeinde Berlin auf. Die Jüdische Gemeinde teilt mit, dass die Gesuchten sich auch bislang noch nicht zurückgemeldet haben und gibt Hinweise auf andere Suchstellen.

1943 wurden Rebecka Marcuse - die Mutter der Brüder - und Erich mit seiner Familie nach Theresienstadt deportiert. Über zwei Jahre bestand ein intensiver Postkontakt mit den in Berlin Zurückgebliebenen. Doch nur Rebecka Marcuse kehrte im Sommer 1945 zurück; sie starb 1962 in Berlin. Erich Marcuse starb kurz vor Ende des Krieges im KZ Dachau (KZ-Außenlager Kaufering). Seine Frau und der sechsjährige Sohn Peter wurden in Auschwitz ein halbes Jahr zuvor ermordet.

Georg Marcuse hat sich auf der Rückseite der Karte die Wahlergebnisse vom Oktober 1946 notiert.

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