Brief des Finanzamtes Parchim an Helene Gumpert (1854-1941)

Finanzamt Parchim

2005/4/28
Archiv
Postmitteilung
Papier, Tinte
Parchim 13.12.1938
Höhe: 29.8 cm Breite: 21 cm
Schenkung der Familie Benjamin
Brief auf Kopfbogen des Finanzamtes Parchim, Durchschlag, maschinenschriftlich beschrieben, mit handschriftlicher Unterschrift.

Im Anschluss an die Novemberpogrome forderte Hermann Göring als "Sühneleistung" für "...die feindliche Haltung des Judentums gegenüber dem deutschen Volk" gegenüber den Beitrag von einer Milliarde Reichsmark. Folgerichtig wurde die "Verordnung über eine Sühneleistung der Juden deutscher Staatsangehörigkeit (RGBl. I S. 1579)" am 12. November 1938 erlassen und drei Tage später im Reichssteuerblatt abgedruckt. Die Einziehung der Kontribution oblag den Finanzämtern.

Infolge der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April 1938 waren die Finanzämter bestens über das Vermögen der Steuerpflichtigen unterrichtet und konnten die Bescheide kurz nach der Durchführung-VO vom 21. November 1938 verschicken.

Helene Gumpert erhält zunächst eine Briefmitteilung über die Höhe des von ihr zu zahlenden Beitrages - also einen vorläufigen Bescheid. Der eigentliche Bescheid über die Judenvermögensabgabe ist nicht erhalten geblieben.

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